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Aktuelles

Digitale Barrieren erfolgreich melden – Online-Veranstaltung der Durchsetzungsstelle

Datum: 3.11.2021

Uhrzeit: 17:00–18:30 Uhr

Laut der EU-Richtlinie 2016/2102 sind öffentliche Institutionen in Deutschland verpflichtet, Webseiten und mobile Anwendungen (Apps) barrierefrei zu gestalten. Somit müssen sie auch einen sogenannten Feedback-Mechanismus schaffen, wodurch Nutzer*innen von ihnen festgestellte Barrieren melden können. Treten Problemen bei der Auseinandersetzung mit der öffentlichen Stelle auf, steht auf Landesebene die Durchsetzungsstelle für Barrierefreiheit von Informationstechnik den Nutzer*innen und Verbänden im Freistaat Sachsen zur Verfügung. Sie nimmt Hinweise über das Fehlen von digitaler Barrierefreiheit entgegen und leitet ggf. ein Schlichtungsverfahren zwischen den beteiligten Parteien ein. In der Informationsveranstaltung der Durchsetzungsstelle möchten wir Ihnen Antworten auf folgenden Fragen geben und mit Ihnen ins Gespräch kommen:

  • Wie kann die Kontaktaufnahme mit einer öffentlichen Stelle zum Thema digitale Barrierefreiheit erfolgen? (Erfahrungen aus der Betroffenenperspektive)
  • Was sind die Aufgaben der Durchsetzungsstelle und wie kann sie mir als Nutzer*in oder Verband helfen?
  • Was gilt als Barriere im digitalen Bereich im Rahmen des Sächsischen Barrierefreie-Websites-Gesetzes?

Programm

ab 16:45 Uhr: Zugang zum Konferenzraum

17:00 – 17:05 Uhr: Eröffnung

17:05 – 17:25 Uhr: Barrierefreiheit aus der Betroffenenperspektive (Anja Winkler, TU Dresden)

17:25 – 17:40 Uhr: Was ist die Durchsetzungsstelle für digitale Barrierefreiheit in Sachsen? (Anni Sappinen, Durchsetzungsstelle für Barrierefreiheit von Informationstechnik)

17:40 – 18:00 Uhr: Anforderungen an barrierefreie Webseiten – Praxisbeispiel anhand einer Webseite (Johannes Fischer, dzb lesen, Überwachungsstelle für Barrierefreiheit von Informationstechnik)

18:00-18:30 Uhr: Fragerunde und Austausch im Plenum

Moderation: Dr. Julia Dobroschke, dzb lesen

Anmeldung und Teilnahme

Bitte melden Sie sich für die Veranstaltung über die folgende E-Mail-Adresse an: durchsetzungsstelle@sk.sachsen.de. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldungen sind bis zum 31. Oktober 2021 möglich.

Die Veranstaltung wird über die Plattform Zoom angeboten. Sie erhalten dazu im Voraus per E-Mail einen Zugangslink, über den Sie an der Veranstaltung teilnehmen können. Für die Teilnahme benötigen Sie ein internetfähiges Endgerät (PC, Laptop, Tablet, Handy etc.) und gutes Internet. Ihre Fragen können Sie entweder über Mikrofon bzw. den Chat stellen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich rechtzeitig an, da die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Bitte beachten Sie, dass wir uns im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Lage vorbehalten die Veranstaltung abzusagen bzw. zu verschieben.

Barrierefreiheit

Die Plattform Zoom, über welche die Veranstaltung laufen wird, unterstützt die Verwendung von Screenreadern und die Steuerung über die Tastatur.

Die Veranstaltung wird durch Gebärdensprach- und Schriftdolmetscher*innen begleitet und in Leichte Sprache übersetzt.

EU-Richtlinie 2016/2102 tritt zum 23. Juni vollständig in Kraft

Digitales Dienstleistungsangebot öffentlicher Stellen muss grundsätzlich barrierefrei sein.
Mitteldeutsche Behindertenbeauftragte fordern mehr Übersichtlichkeit, Komfort und bessere Verständlichkeit im Netz.

Die Behindertenbeauftragten von Sachsen, Stephan Pöhler, Sachsen-Anhalt, Dr. Christian Walbrach und Thüringen, Joachim Leibiger, haben sich aus Anlass des morgigen vollständigen In-Kraft-Tretens der EU-Richtlinie 2016/2102 über den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen zum Entwicklungsstand des  digitalen Dienstleistungsangebots  von Behörden und öffentlichen Dienstleister geäußert.

Die Beauftragten wiesen darauf hin, dass es sich in „Zeiten des allseits propagierten E-Governments um ein absolutes Zukunftsthema“ handele. Denn bei einem Anteil von rund 20 % der Bevölkerung mit Behinderungen gebe es vielfältige Anforderungen an eine reibungslose Information und Kommunikation zwischen Bürger und Verwaltung zu beachten. Mit dem 23.06.2021 trete die seit 2019 mehrstufig eingeführte EU-Richtlinie nun vollständig in Kraft und erfasse auch Apps für Smartphones und Tablets. Dass es sich dabei um ein hochaktuelles Thema handele, zeige die Diskussion um die Nutzeranforderungen an Corona-Warnapps und die erst vor wenigen Tagen freigeschaltete Impf-App „CovPass“. Auch Apps für die Nutzung des öffentlichen Personenverkehrs, etwa zum Kauf von Tickets oder zur Fahrplanauskunft, seien betroffen.

„Das digitale Dienstleistungsangebot öffentlicher Stellen muss ab jetzt grundsätzlich barrierefrei sein. Ausnahmen davon sind nachvollziehbar zu begründen. Das ist ein großer Schritt für mehr Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen. Denn digitale Barrierefreiheit bedeutet für alle Nutzer mehr Übersichtlichkeit, mehr Komfort und bessere Verständlichkeit der digitalen Dienstleistungsangebote.“ so formulierten Pöhler, Walbrach und Leibiger ihre Sicht auf die digitale Welt.

Die Beauftragten wiesen gleichzeitig darauf hin, dass es hier noch enormen Aufklärungs-, Schulungs- und Entwicklungsbedarf gebe. Bürger könnten sich zudem an die jeweiligen Betreiber der Seiten und die in jedem Bundesland eingerichteten Durchsetzungsstellen für barrierefreies Internet wenden, wenn Sie Mängel auf Internetseiten oder Apps ausfindig machen und abgestellt sehen wollen. Die Durchsetzungsstellen würden der Angelegenheit nachgehen und bei der Lösungsfindung vermitteln und unterstützen.

Hintergrund:

Beratung für Bürger und Verwaltung

Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung barrierefreier Internetseiten oder Applikationen bieten in Sachsen-Anhalt und Thüringen die jeweiligen Landesfachstellen für Barrierefreiheit an. In Sachsen berät die Überwachungsstelle beim Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen öffentliche Stellen zur Barrierefreiheit von Webseiten und Apps. Die Durchsetzungsstellen der drei Länder stehen den Bürgern zur Verfügung, wenn sie auf Barrieren auf Webseiten und Apps stoßen und keine adäquate Rückmeldung auf ihr Feedback von der öffentlichen Stelle enthalten.

Beratung für Verwaltung:
Überwachungsstelle beim Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen
 
Beratung für Bürger:
Durchsetzungsstelle bei der Geschäftsstelle des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

Tagung zur digitalen Barrierefreiheit

Aktion der Durchsetzungsstelle zum Aktionstag „Global Accessibility Awareness Day“ am 20. Mai, 2021

Umfassende Barrierefreiheit im Web ist trotz gesetzlicher Regelungen und technologischer Entwicklungen noch immer keine Selbstverständlichkeit. Vor diesem Hintergrund finden seit mittlerweile 10 Jahren jährlich am dritten Donnerstag im Mai weltweit Veranstaltungen zur digitalen Barrierefreiheit statt. Dieser Aktionstag heißt Global Accessibility Awareness Day und hat das Ziel, auf die Bedeutung von digitaler Inklusion und die vielen Vorteile von barrierefreien Webangeboten aufmerksam zu machen.

Mit einer digitalen Auftaktveranstaltung nutzte die beim Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen neu eingerichtete Durchsetzungsstelle für Barrierefreiheit von Informationstechnik diesen Aktionstag, um auf sich und ihre Angebote aufmerksam zu machen.

Rund 60 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil. Zu den Teilnehmer*innen gehörten sowohl Nutzer*innen als auch Vertreter*innen aus öffentlichen Stellen, Verbänden, Vereinen, Beratungsstellen und der Privatwirtschaft. Das zeigt das große Interesse am Thema "Digitale Barrierefreiheit und Inklusion". Neben einer Einführung in die Arbeit der Durchsetzungsstelle referierte Birgit Kaiser (Verein Blinder und Sehbehinderter Aue-Schwarzenberg e.V.) über die Bedeutung von digitaler Barrierefreiheit im Alltag. Darüber hinaus zeigte Johannes Fischer (Überwachungsstelle für Barrierefreiheit von Informationstechnik) anhand praktischer Beispiele, woraus Barrierefreiheit von Webangeboten besteht. In der anschließenden Fragerunde, die von Dr.in Stefanie Dreiack (Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen) moderiert wurde, hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit für Rückfragen und Informationsaustausch.

Kontakt

Anni Sappinen
Durchsetzungsstelle
Geschäftsstelle des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

E-Mail: durchsetzungsstelle@sk.sachsen.de

Telelefon: 0351 564-12166
Fax: 0351 564-12169  

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